Ein Website Relaunch ist weit mehr als ein neues Design. Er ist die Gelegenheit, Ihre gesamte Online-Präsenz auf den Prüfstand zu stellen und von Grund auf zu verbessern. Gleichzeitig birgt er Risiken: Ein schlecht geplanter Relaunch kann bestehende Google-Rankings zerstören, Kunden verwirren und den Umsatz einbrechen lassen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir diese 25-Punkte-Checkliste zusammengestellt.
Wann ist ein Relaunch sinnvoll?
Nicht jede Website braucht einen kompletten Relaunch. Manchmal reichen kleinere Anpassungen. Ein Relaunch ist angebracht, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Ihre Website ist technisch veraltet und nicht mehr wartbar
- Das Design wirkt nicht mehr zeitgemäß und passt nicht zu Ihrem aktuellen Markenauftritt
- Die Seite ist nicht responsiv und funktioniert auf Smartphones schlecht
- Ladezeiten sind inakzeptabel langsam
- Ihre Geschäftsstrategie oder Zielgruppe hat sich grundlegend verändert
- Die Conversion-Rate stagniert trotz ausreichend Traffic
- Ihre Mitbewerber haben deutlich modernere Auftritte
Phase 1: Planung (Punkte 1-7)
1. Bestandsaufnahme der aktuellen Website
Bevor Sie etwas verändern, dokumentieren Sie den Ist-Zustand. Welche Seiten gibt es? Welche haben den meisten Traffic? Welche Keywords ranken? Nutzen Sie Google Analytics und die Google Search Console, um belastbare Daten zu sammeln.
2. Ziele für den Relaunch definieren
Was soll der Relaunch konkret erreichen? Mehr Anfragen? Bessere User Experience? Höhere Verweildauer? Definieren Sie messbare Ziele, damit Sie nach dem Launch den Erfolg bewerten können.
3. Zielgruppenanalyse aktualisieren
Überprüfen Sie, ob sich Ihre Zielgruppe seit dem letzten Website-Aufbau verändert hat. Welche Bedürfnisse, Erwartungen und Nutzungsgewohnheiten haben Ihre Kunden heute?
4. Wettbewerbsanalyse durchführen
Schauen Sie sich an, was Ihre Mitbewerber online machen. Was funktioniert gut? Wo gibt es Lücken, die Sie besetzen können? Das hilft Ihnen, sich differenziert zu positionieren.
5. Seitenstruktur und Navigation planen
Die Informationsarchitektur ist das Fundament Ihrer neuen Website. Erstellen Sie eine Sitemap, die alle geplanten Seiten und deren Hierarchie zeigt. Achten Sie darauf, dass Nutzer jede wichtige Information mit maximal drei Klicks erreichen.
6. Budget und Zeitplan festlegen
Ein realistischer Zeitplan schützt vor Hektik und Qualitätseinbußen. Planen Sie großzügig — erfahrungsgemäß dauert ein Relaunch immer länger als gedacht. Mehr über die Kosten einer professionellen Website erfahren Sie in unserem separaten Artikel.
7. Verantwortlichkeiten klären
Wer liefert die Texte? Wer die Bilder? Wer gibt Freigaben? Klare Zuständigkeiten verhindern Verzögerungen und Missverständnisse.
Phase 2: Design und Content (Punkte 8-14)
8. Wireframes und Mockups erstellen
Bevor Sie ins visuelle Design gehen, erstellen Sie Wireframes für die wichtigsten Seitentypen. Diese zeigen die Anordnung der Elemente ohne Ablenkung durch Farben und Bilder.
9. Design-Konzept entwickeln
Das neue Design sollte Ihre Markenidentität widerspiegeln und gleichzeitig den aktuellen Designstandards entsprechen. Achten Sie auf eine klare visuelle Hierarchie und ausreichend Weißraum. Mehr darüber, warum professionelles Webdesign wichtig ist, lesen Sie in unserem Blog.
10. Mobile-First gestalten
Gestalten Sie das Design zuerst für mobile Geräte und erweitern Sie es dann für größere Bildschirme. Da Google den Mobile-First-Index nutzt, ist dies nicht optional, sondern Pflicht. Lesen Sie auch unseren Artikel über Responsive Design und Mobile First.
11. Content-Audit und Neuerstellung
Nicht jeder bestehende Text verdient es, auf die neue Website übernommen zu werden. Bewerten Sie jeden Inhalt: Ist er noch aktuell? Bringt er Mehrwert? Passt er zur neuen Strategie? Erstellen Sie fehlende Inhalte und überarbeiten Sie veraltete Texte.
12. Bilder und Medien vorbereiten
Professionelle Fotos und Grafiken machen den Unterschied. Planen Sie gegebenenfalls ein Fotoshooting ein. Alle Bilder sollten in Web-optimierten Formaten und Größen vorliegen.
13. Call-to-Actions strategisch platzieren
Jede Seite sollte ein klares Ziel haben und den Nutzer gezielt zur gewünschten Aktion führen. Ob „Jetzt anfragen", „Kostenlos testen" oder „Termin vereinbaren" — platzieren Sie CTAs prominent und unmissverständlich.
14. Rechtliche Inhalte aktualisieren
Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner müssen den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Lassen Sie diese im Zweifel von einem Rechtsexperten prüfen.
Phase 3: Technik und SEO (Punkte 15-20)
15. URL-Struktur planen
Wenn sich URLs ändern, müssen Sie 301-Weiterleitungen einrichten. Erstellen Sie eine vollständige Liste aller alten URLs und ihrer neuen Entsprechungen. Vergessen Sie keinen einzigen Redirect — sonst verlieren Sie Rankings.
Achtung: Häufigster Relaunch-Fehler
Der mit Abstand häufigste Fehler bei einem Website Relaunch sind fehlende oder falsche 301-Weiterleitungen. Ohne sie laufen alle eingehenden Links und Google-Rankings ins Leere. Investieren Sie hier besondere Sorgfalt.
16. Technisches SEO implementieren
Meta-Titles, Meta-Descriptions, H1-Überschriften, Bild-Alt-Texte, interne Verlinkung, XML-Sitemap, robots.txt — all diese Elemente müssen vor dem Launch konfiguriert sein. Mehr zu den SEO-Grundlagen finden Sie in unserem Leitfaden.
17. Ladegeschwindigkeit optimieren
Komprimieren Sie Bilder, minimieren Sie CSS und JavaScript, nutzen Sie Browser-Caching und ein Content Delivery Network (CDN). Testen Sie die Geschwindigkeit mit Google PageSpeed Insights und streben Sie einen Score von mindestens 90 an.
18. SSL-Zertifikat sicherstellen
HTTPS ist seit Jahren Standard und ein Google-Ranking-Faktor. Stellen Sie sicher, dass Ihre neue Website ein gültiges SSL-Zertifikat hat und alle Seiten über HTTPS erreichbar sind.
19. Formulare und Funktionen testen
Testen Sie jedes Kontaktformular, jeden Button, jede interaktive Funktion auf verschiedenen Geräten und Browsern. Nichts ist schlimmer als ein Kontaktformular, das keine E-Mails versendet.
20. Tracking und Analytics einrichten
Richten Sie Google Analytics, die Google Search Console und gegebenenfalls weitere Tracking-Tools vor dem Launch ein. So können Sie ab dem ersten Tag Daten sammeln und den Erfolg des Relaunches messen.
Phase 4: Launch und Nachbereitung (Punkte 21-25)
21. Staging-Umgebung gründlich testen
Testen Sie die neue Website vor dem Go-Live in einer separaten Staging-Umgebung. Prüfen Sie alle Seiten, Links, Formulare und Funktionen. Lassen Sie auch Personen testen, die nicht am Projekt beteiligt waren — frische Augen finden oft Fehler, die man selbst übersieht.
22. 301-Weiterleitungen aktivieren
Stellen Sie sicher, dass alle geplanten Weiterleitungen korrekt funktionieren. Testen Sie insbesondere die wichtigsten Seiten mit dem meisten Traffic und den besten Rankings.
23. Go-Live und sofortige Prüfung
Nach dem Launch prüfen Sie sofort: Ist die Seite erreichbar? Funktioniert HTTPS? Sind die Weiterleitungen aktiv? Werden die Tracking-Codes ausgeführt? Gibt es 404-Fehler?
24. Google Search Console aktualisieren
Reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein und beantragen Sie ein erneutes Crawling. Überwachen Sie in den folgenden Wochen die Indexierung und eventuelle Fehlermeldungen.
25. Monitoring über die ersten 4 Wochen
Beobachten Sie in den ersten vier Wochen nach dem Launch intensiv Ihre Rankings, den Traffic und die Conversion-Rate. Kleinere Ranking-Schwankungen sind normal, drastische Einbrüche erfordern sofortiges Handeln.
Häufige Relaunch-Fehler
- Keine Backup-Strategie: Sichern Sie Ihre alte Website komplett, bevor Sie den Relaunch durchführen
- Fehlende Redirects: Jede alte URL braucht eine Weiterleitung auf die neue Entsprechung
- SEO vergessen: Viele Relaunches zerstören gute Rankings, weil SEO erst nach dem Launch bedacht wird
- Zu viel auf einmal: Ein Relaunch muss nicht alles gleichzeitig ändern — priorisieren Sie
- Kein Testing: Was nicht getestet wurde, funktioniert in der Regel auch nicht
Ein erfolgreicher Relaunch ist wie ein Umzug: Mit guter Planung und einer vollständigen Checkliste geht nichts verloren.
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